14. November 2022

Nach nun knapp 7 Monaten mit dem Nikon Z 400/2.8 TC VR S möchte ich meine Erfahrungen damit teilen.


Optische Qualität

Was soll ich da groß schreiben, sie ist unglaublich gut. Ist es besser, als mein altes 400/2.8 E FL. Ja! Es liefert mehr Kontrast und weniger Ghosting bei hartem direkten Gegenlicht. In diesem Szenario ist übrigens der AF des Z deutlich besser an der Z9, aber zum AF kommen wir später. Die Leistung mit Konvertern ist auch leicht besser und desto größer die Entfernung, desto größer der Vorsprung. Würde ich mir allein auf Grund der optischen Verbesserungen das Objektiv kaufen. Nein, dafür sind sie zu klein. Man bekommt ein 400/2.8 mit überragender Leistung und mit dem integriertem TC ein 560/4, mit keinen wahrnehmbaren Schwächen. Selbst mit einem weiteren externen TC und dem intern TC bekommt man mehr als brauchbare Aufnahmen. Im Nahbereich kann man es bedenkenlos selbst mit 1120 mm nutzen. Ja, die Leistung nimmt dann schon ab, aber für Close-Ups absolut ok. Ich setzte auf Grund der für mich größeren Flexibilität auf den externen 1.4er in Kombination mit dem internen TC, wenn ich mal 800 mm benötige. Bei direkten Vergleichen von 2x 1.4 mit 1x 2.0, bekam ich in den Ecken bessere Ergebnisse mit der Kombi aus 2x 1.4.


1120 mm und Beschnitt auf 12 MP

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AF-Performance

Nun, das 400 E FL hat auch mit dem FTZ II absolut an der Z9 abgeliefert, doch das Z 400 setzt nochmals leicht einen oben drauf. Ich empfinde die Motiverkennung als schneller und direkter. Dazu führt es den Fokus bei einem direkt auf einen zukommenden Motiv sichtbar präziser nach. Man erhält also eine leicht höhere Ausbeute. Wir reden hier wirklich über die letzten Prozent, nicht das mich einer falsch versteht. Hörbar ist der AF übrigens nicht.

VR

Hier gibt es einen riesen Sprung. Für jemanden, der viel aus der Hand fotografiert, ein enormer Mehrwert. Ohne einen direkten Vergleich gemacht zu haben, ist der VR 1-1 1/3 Blenden besser und nicht mehr hörbar. Ich habe es gestern Abend noch einmal etwas ausloten wollen. 1/2.5 sec bei 400 mm waren möglich. Nein, es ist dann nur ein Foto aus einer Serie scharf, aber immerhin. Bei 1/10 sec ist es mir möglich, schon eine sehr gute Trefferquote zu erzielen. Auch bei 800 mm arbeitet der VR auf einem ganz anderen Niveau, als der VR des 400 E FL. Hier liegen dann wirklich Welten dazwischen. Es geht dabei nur um die Menge an Ausschuss.


1/10 sec bei 560 mm

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Handling

Ein sehr subjektives Thema. Die Gewichtsreduktion ist enorm. Denn nicht nur ist das Objektiv deutlich leichter, das was Nikon in seinen Specs ohne Sonnenblende angibt, selbige wiegt auch nochmal eben 132 g weniger. Dazu kommt der Wegfall des FTZ Adapter. Man hat also eine reale Einsparung von 1-1,2 kg, je nachdem ob man das alte Objektiv mit oder ohne Konverter betrieben hat. Dazu ist die Gewichtverteilung mit angesetzter Z9 nun stark nach hinten gewandert. All dies macht das Z 400/2.8 S deutlich Freihand-tauglicher. Für mich, meine Hände und meine Art das Objektiv Freihand zu halten, ist die Positionierung der Funktionsringe und der vorderen 4 Funktionsknöpfe ideal. Denn genau in dem Bereich stütze ich das Objektiv ab und habe so leicht Zugriff auf diese. Die beiden beim 400er neu hinzugekommenen Funktionsringe sind für mich ein echter Mehrwert. So habe ich auf dem vorderen Kontrollring zwei unterschiedliche AF-Modi liegen und mit dem hinteren Einstellring steuere ich die Belichtungskorrektur.

Das Killer-Feature

Einzigartig macht dieses Objektiv dann jedoch der integrierte Konverter. Ein Mehrwert, den man nur in der Praxis erleben kann. Ja, das alleine wäre ein Grund dieses Objektiv zu kaufen. Sofern die Brennweite in seinen bevorzugten Bereich fällt, versteht sich. Der Konverter lässt sich mit einem Finger ohne das Objektiv absetzen oder das Auge vom Sucher zunehmen butterweich rein und rausnehmen. Macht man es schnell, dann gibt es ein Klackgeräusch. Doch natürlich kann man ihn auch lautlos umlegen!

400 mm

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Nur Sekunden später mit dem integrieren Konverter.

560 mm

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560 mm mit externem 1.4x TC

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784 mm (2x 1.4x TC)

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560 mm (interner TC)

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Wieder nur wenige Sekunden später, nach einer kleinen lautlosen Fingerbewegung.

400 mm

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Es ist einfach ein enormer Vorteil in einem Bruchteil einer Sekunde zwischen quasi zwei lichtstarken Festbrennweiten wechseln zu können. So können in Kombination mit einem hochauflösenden Sensor und der richtigen Bildbearbeitung, auch in Grenzsituation noch hervorragende Ergebnisse erzielt werden.

ISO 9000, 1/200 sec, f/2.8, 400 mm

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100 %

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Fazit

Die Summe aus den vielen kleinen Verbesserung, dazu dann die doch erhebliche Gewichtsreduktion und vor allem der integrierte TC, machen dieses Objektiv zu einem absoluten Highlight und rechtfertigen aus meiner Sicht einen Wechsel klar. Ich bin rundum zufrieden!


Zum Abschluss dann noch ein paar weitere Beispielfotos.

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